Seit zwei Wochen nun hat die Schule wieder begonnen. Für drei der vier Wiesenpieper-Kinder bedeutete das ein Zurück in Disziplin und Ordnung. Der Kleine dagegen hat es gut, ihm wird das Leben im alten Pfarrhaus mit jeglicher Ungebundenheit (oder kurz: Freiheit?) an Institutionen noch versüßt. Noch… Denn der Kleine ist gar nicht mehr so klein! Ist er doch vor wenigen Wochen drei Jahre alt geworden! Auch wenn er sich selbst immer noch als Baby versteht, ist er doch keines mehr… Und zunehmend stoße ich innerhalb meines Umfeldes auf Unverständnis, dass der Floh eben noch nicht in den Kindergarten geht. Verteidigungen sind mühsam und Argumente werden gern kleingeredet. Grundsätzlich denke ich, dass es Georg gut hat. Bei mir, mit mir. Das möchte mir keiner in Abrede stellen. Und dennoch ist da das „aber“. „Kinder brauchen Kinder!“ höre ich da immer mal wieder – dann verweise ich gerne auf die Geschwisteranzahl. Und dass er wöchentlich in der „Krabbelgruppe“ unter Kinder kommt, und dass das Haus immer voll ist mit den Freunden der Großen, die sich gerne auch auf Georg einlassen, mit ihm spielen…
Vielleicht bin ich wirklich egoistisch, weil ich das Kind, mein Kind, gerne um mich habe!? Vielleicht kann ich nicht loslassen? Vielleicht habe ich einfach nur Angst und Bedenken, den kleinen sprachlosen Kerl ungeschützt zu lassen? Alles möglich. Und sicherlich noch mehr…
Aber eigentlich wollte ich darüber gar nicht schreiben! Es floss mir quasi ungefragt aus den Fingern. Vielmehr wollte ich sagen, dass die Schule wieder gut angelaufen ist, dass der Erstklässler nun kein Erstklässler mehr ist und dass Johannes sich als Viertklässler mit Stolz zu den Großen zählt. Lea hat nun in der siebenten Klasse Französisch und stellt uns mit ihrem Vokabular an die Wand (Stephan und ich müssen immer grinsen, wenn sie spricht – weil es so „echt“ französisch klingt und wir so überhaupt keine Ahnung haben, was sie da überhaupt sagt… ;-) ) Außerdem haben wir eine Einladung zum Konfi-Unterricht ins Haus geflattert bekommen. Welch’ großes Kind haben wir doch schon!! *seufz* Und Georg ist pünktlich zum dritten Geburtstag trocken geworden, von heut auf morgen wurden im alten Pfarrhaus keine Windeln mehr gebraucht. Auch ein Stück Abschied, wenngleich nicht wirklich schmerzlich… Jetzt warten wir darauf, dass er genauso plötzlich mit dem Reden beginnt! Täglich versucht er sich mehr und mehr an Worten und Lauten. Es wird!