Die ersten Tage eines neuen Jahres beinhalten eine Fülle von Neubeginnen. Alles erste Male.
Egal, ob es sich dabei um das erste Geschirrspülmaschinenspülen (in den ersten Morgenstunden nach der Silvesterfeier) handelt, den ersten Kaffee, der erste echte Morgen oder auch Abend, das erste Autofahren, Einkaufen, Kindergetobe oder das erste ausgelesene Buch – allem hängt ein kleiner Zauber an, der mich beim Erinnern (‘he, das war das erste Mal in diesem Jahr!’) zum Schmunzeln bringt. Ein kleines Spiel, das ich nur für mich allein spiele; vielleicht um das Kindliche daran in mir festzuhalten.
Heute stürmt es das erste Mal in diesem Jahr ums Haus, es zerrt an den Bäumen und mit aller Kraft versucht der Wind durch Fensterritzen und Türspalten zu kriechen. Die Kraftanstrengung lässt ihn zischen, ächzen und unheimlich jaulen, während wir vorm wärmenden Holzfeuer sitzen, Bücher auf dem Schoß (die Kinder Lego spielend) und uns in Fantasiewelten tragen lassen. Ferien sind schön, wenngleich diese Woche arg vertrödelte Zeit in sich birgt. Aber mein Gewissen ist ruhig; ich hole mir zurück, was mir in der Zeit des Advents, der Weihnachtsvorbereitungen verloren ging. Im alten Haus schwingt Ruhe durch die Räume, die Kinder sind ausgeglichen und nur das Klavier bricht die Stille. Kein Radio, keine CD. Eine Außenwelt scheint es nicht zu geben. (Würde da nicht Herr W. schon seit zwei Tagen wieder der Arbeit nachgehen müssen…)

